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Muttermundschwäche und verkürzter Gebärmutterhals – Ursachen und Behandlung

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Normalerweise ist der Muttermund fest verschlossen.
Er hält somit das Baby sicher in der Gebärmutter.

Falls es zu einer Muttermundschwäche kommt, ist dies gefährlich.
Denn dadurch kann sich der Gebärmutterhals vorzeitig öffnen.
Dies wiederum führt dann zu einer Früh- oder Fehlgeburt.

Was ist der Unterschied zwischen Muttermund und Gebärmutterhals?

Hier im Bild wird es ganz gut deutlich.
muttermund

Abgebildet ist hier die Gebärmutter, mit den Eierstöcken rechts und links.
Dies sind die blasenähnlichen Gebilde an den Seiten.

Dort reifen die Eizellen heran und werden über die Eileiter in die Gebärmutter transportiert.
Die Eileiter sind die Schläuche, welche vom Eierstock zum Gebärmutterkörper hinführen.

In der Gebärmutter angekommen, kommt es zur Befruchtung.
Ei- und Samenzelle verschmelzen miteinander und die Schwangerschaft beginnt.

Das Baby wird dann 9 Monate lang im Gebärmutterkörper beherbergt.
Der innere Muttermund hält das Kind in der Gebärmutter fest.
Da der innere Muttermund immer schön verschlossen ist, kann das Kind nicht in den Gebärmutterhals vorrutschen.

Der innere Muttermund ist somit ein Verschluss zum Gebärmutterkörper.
Und der äußere Muttermund ist wiederum ein Verschluss des Gebärmutterhalses.

Was passiert bei einer Muttermundschwäche?

Der Muttermund ist zu schwach, um geschlossen zu bleiben.
Er wird weich und durchlässig.

Dadurch öffnet sich dieser und je nach Schwangerschaftsdauer kommt es zu einer Früh- oder Fehlgeburt.

Das Problem ist…
Du kannst dies gar nicht selbst feststellen.
Denn du selbst bemerkst keine Anzeichen bei einer bestehenden Muttermundschwäche.

Aber…
Da du regelmäßig zu deinen Schwangerenvorsorgeuntersuchungen gehst, wird es dein Frauenarzt feststellen.
Denn der Muttermund wird bei jeder Vorsorgeuntersuchung kontrolliert.
Ebenfalls wird regelmäßig die Länge des Gebärmutterhalses gemessen.

Die Muttermundschwäche tritt meistens zwischen dem 4. und 6. Schwangerschaftsmonat auf.
Dein Arzt wird diese, durch Ertasten, feststellen.
Deshalb ist es wichtig, dass diese vaginale bzw. gynäkologische Untersuchung regelmäßig bei den Vorsorgeuntersuchungen gemacht wird.

Falls dann eine Unregelmäßigkeit festgestellt wird, kann eine transvaginale Ultraschalluntersuchung gemacht werden.
Diese gibt dann letztlich mehr Sicherheit und stützt das Befundergebnis.

Übungswehen schwächen den Muttermund

Während der Schwangerschaft kommt es zu Kontraktionen.
Es handelt sich dabei um ein Zusammenziehen und Auseinanderdrücken der Gebärmutter.

Mit diesen Kontraktionen trainiert die Gebärmutter für die Geburt.
Und diese Übungswehen sorgen für eine bessere Versorgung der Plazenta.

Diese Kontraktionen können relativ häufig sein.
Nicht jede Gebärmutter trainiert gleich.
10 Stück täglich gelten als normal.
Dennoch gibt es auch Frauen, welche 20 oder 30 dieser Kontraktionen täglich haben.

Bei zu vielen Kontraktionen, kann der Muttermund schwach werden.
Dadurch kann sich ebenfalls der Verschluss öffnen, was natürlich kritisch ist.
Bei einem Verdacht solltest du diese zählen und mit dem Frauenarzt besprechen.

Mein Arzt untersucht den Muttermund nicht

Das kommt vor.
Denn unter der Ärzteschaft und auch unter den Hebammen herrscht keine Einigkeit bei diesem Thema.

Einige Ärzte sehen die Muttermunduntersuchungen als sehr wichtig an.
Andere wiederum sehen, dass das Infektionsrisiko der Untersuchungen zu groß sei.

Sie schätzen daher ab, wann eine Muttermunduntersuchung und auch eine Messung des Gebärmutterhalses – wirklich Sinn macht.

Was passiert bei einem verkürzten Gebärmutterhals?

Durch diese Kontraktionen kann sich der Gebärmutterhals verkürzen.
Dann lautet die Diagnose oftmals, Portio verkürzt.
Oder auch Muttermund weich und geschwächt.

So eine Diagnose zu bekommen, ist in einem verfrühten Schwangerschaftsstadium bedenklich und bereitet dir natürlich Sorgen.
Dein Frauenarzt wird dir dann zu mehr Ruhe raten.
Und diesen Rat solltest du auch ernstnehmen.
Denn, wenn sich der Muttermund zu früh öffnet – kann dies zu einer Frühgeburt führen.

Dennoch ist es laut Statistik eher so, dass Frühgeburten unangekündigt passieren.
Außerdem kann die Diagnose in ein paar Tagen wieder anders aussehen.
Bei wirklich kritischen Befunden, reagiert der Frauenarzt dann auch mit ganz anderen Maßnahmen.

Wie wird eine Muttermundschwäche behandelt?

Der Gebärmutterhals wird operativ verschlossen.
Dazu wird ein Band um den Gebärmutterhals gespannt und zugeschnürt.
Ähnlich wie eine Schleife.

Dieses Band nennt sich Cerclage oder Muttermundverschluss.
Es sorgt dafür, dass der Gebärmutterhals weiterhin verschlossen bleibt.
Das Band ist somit, wie ein künstlicher Muttermund zu betrachten.

Dieser Muttermundverschluss wird erst zwei bis drei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin wieder entfernt.

Zusammenfassung:

  • Bei einer Muttermundschwäche kommt es zu einer verfrühten Öffnung des Gebärmutterhalses.
  • Dies kann zu Fehl- oder Frühgeburten führen.
  • Bei einer akuten Muttermundschwäche wird der Gebärmutterhals künstlich verschlossen und kurz vor der Geburt wieder geöffnet.

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