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Mutterpass einfach erklärt – 12 Fragen und Antworten

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Mutterpass einfach erklärt

Gleich zu Beginn der Schwangerschaft erhältst du den Mutterpass.
In diesem werden sämtliche Daten zu deiner Person eingetragen.

Aber nicht nur das…
Es wird bei jeder Schwangerschaftsuntersuchung auch die Daten zu deinem Schwangerschaftsverlauf ermittelt und dokumentiert.

Der Mutterpass stellt somit ein Dokument dar, anhand dessen jeder Frauenarzt sofort feststellen kann – wie deine Schwangerschaft bisher verlaufen ist und ob es Komplikationen gab.
Außerdem lässt sich auf einen Blick erkennen, ob eine Risikoschwangerschaft vorliegt.

1. Ab wann kann ich den Mutterpass bestellen?

Deinen Mutterpass kannst du nicht bestellen.
Stattdessen wird dieser ausgestellt.

Und zwar…
Je nachdem, wo du deine Schwangerschaftsvorsorge und die entsprechenden Untersuchungen machen lässt.
Also entweder von deinem Frauenarzt oder von deiner Hebamme.

Wenn du bereits schwanger bist….
Dann suchst du dir einen Frauenarzt oder eine Hebamme.
Du rufst dort an und teilst denen von deiner Schwangerschaft mit.
Dann vereinbaren sie mit dir einen Termin.

Bei diesem Ersttermin zur Schwangerenvorsorge werden sämtliche Daten, zu deiner Person, aufgenommen.
Diese Daten fließen dann in den Mutterpass ein.
Am Ende erhältst du den Mutterpass, welchen du ab jetzt immer bei dir tragen solltest.

2. Mutterpass Seite für Seite erklärt mit Bildern.

Es wäre ratsam jetzt deinen Mutterpass dazu zu holen.
Wenn du noch keinen haben solltest oder diesen gerade nicht zur Hand hast, kannst du hier den Mutterpass herunterladen.

Mutterpass Download


Da die Beschreibung der einzelnen Mutterpass-Seiten mit Bildern äußerst lang ist, wird es dadurch auch etwas unübersichtlich.
Deshalb habe ich ein kleines Menü erstellt.
Durch einen Klick auf die jeweiligen Buttons, kannst du dich durch die einzelnen Mutterpass Seiten navigieren.


Mutterpass Deckblatt

Dies ist das Deckblatt zum Mutterpass.
Eigentlich gibt es hier nicht viel zu sagen.
Da die Richtlinien der Schwangerenvorsorge im gemeinsamen Bundesausschuss festgehalten wurde, steht dieser unter dem Logo.

Wem dieses triste Deckblatt nicht gefällt, der kann es durch eine personalisierte Mutterpasshülle ersetzen.


Mutterpass Seite 1

Die Seite 1 im Mutterpass umfasst Terminkalender, Ärztenachweise

Die Seite 1 des Mutterpasses ist zweigeteilt.
Ganz oben können behandelnde Ärzte, Hebammen oder auch Krankenhäuser ihre Stempel und Unterschriften hinterlassen.
Wenn du, während deiner kompletten Schwangerschaft, nur bei einem Frauenarzt warst – wird lediglich einmal gestempelt.
Aber es kann durchaus möglich sein, dass du im Urlaub oder im Ausland einen zweiten Arzt bzw. eine Klinik aufsuchen musst. Dann würden diese 4 Felder genutzt werden können.

Im unteren Teil befinden sich die Termine für die Vorsorgeuntersuchungen, Ultraaschallmessungen und wenn nötig für weitere Termine.
Du brauchst somit kein separaten Terminkalender, für die Schwangerenvorsorge zu kaufen. Alles steht im Mutterpass.


Mutterpass Seite 2

Seite 2 im Mutterpass dokumentiert die Laboruntersuchungen

Auch die zweite Seite im Mutterpass besteht aus zwei Teilen.
Ganz oben werden dein Name und dein Vorname eingetragen.
Außerdem wird deine Anschrift (Adresse) bzw. dein Wohnort angegeben. Dazu kommt noch dein Geburtsdatum.

Falls sich dein Wohnort, während der Schwangerschaft ändern sollte – wird dies ebenfalls vermerkt.
Außerdem kannst du bei Namensänderung, zum Beispiel durch Heirat, dies ebenfalls ändern.

Im zweiten Teil von Seite 2 des Mutterpasses stehen die Laboruntersuchungen.

Diese erfolgen bereits zu deinem ersten Vorsorgetermin.
Es wird dir also Blut entnommen, um deine Blutgruppe (AB 0) und den Rhesusfaktor zu bestimmen.
Beides wird dann auf der linken Seite eingetragen.

Wichtig ist der Hinweis, dass der Rhesusfaktor ausgeschrieben werden muss und keine Abkürzungen zugelassen werden. (Rhesus positiv oder Rhesus negativ)
Dadurch wird vermieden, dass es zu keinen Verwechslungen kommen kann.

Falls du, während der Schwangerschaft oder bei der Geburt, Bluttransfusionen benötigst – kann der behandelnde Arzt, deine benötigte Blutgruppe auf einen Blick erkennen. Außerdem spielt dies für dein Kind eine wichtige Rolle. (gleich mehr… )

Außerdem wird darauf hingewiesen, dass bei Transfusionen weiterhin mit Sorgfalt zu verfahren ist.
Stichwort: Kreuzprobe
Die angeführte Kreuzprobe ist ein Verfahren, welches vor jeder Bluttransfusion durchgeführt wird. Dabei würde die Verträglichkeit zwischen deinem Blut bzw. des deines Kindes und dem Spenderblut getestet werden. Dies geschieht natürlich nur, wenn vorher schon Blutgruppe und Rhesusfaktor übereinstimmen.

Bei jeder Schwangerschaft spielt der Rhesusfaktor eine bedeutende Rolle.

Es kann zu einer Rhesusunverträglichkeit kommen. Diese tritt immer dann auf, wenn die Mutter den Rhesusfaktor negativ hat. Das Kind hat aber vom Vater, den Rhesusfaktor positiv geerbt.

Nun wird durch den Antikörper Suchtest ermittelt, ob das Blut der Mutter Antikörper gegen den Rhesusfaktor des Kindes bildet.
Außerdem wird festgestellt ob die Schwangere mit einer Infektionskrankheit konfrontiert war oder ist. Stichwort: HIV

Weiterhin wird dein Blut im Labor auf Röteln untersucht.

In Deutschland sind die meisten schwangeren Frauen vor einer Rötelninfektion geschützt.
Denn entweder sind sie als Kind bereits erkrankt oder wurden entsprechend geimpft.
In beiden Fällen (Impfung oder frühere Erkrankung) bildet dein Blut selbstständig Antikörper für Röteln.

Falls der Rötelntest jedoch negativ ausfällt, also keine Antikörper gegen Röteln gebildet werden – solltest du Personen mit Röteln dringend meiden. Besonders wichtig ist dies für Grundschullehrerinnen, Erzieherrinnen, Kindergärtnerrinnen oder Schulhortnerrinnen. Denn bei diesen Berufsgruppen besteht eine zunehmende Ansteckungsgefahr.

Falls bei dir Röteln in der Schwangerschaft ausbrechen sollten, stellen diese eine hohe Gefahr für das ungeborene Kind dar.


Mutterpass Seite 3

Auf Seite 3 im Mutterpass erfolgen serologische Untersuchungen

Auf Seite 3 des Mutterpasses gehen die Untersuchungsergebnisse von Seite 2 weiter.
Und zwar handelt es sich um 5 Auswertungen:

1. Chlamydia trachomatis

Um dies nachweisen zu können, musst du eine Urinprobe abgeben.
Diese Probe wird ebenfalls bei der ersten Vorsorgeuntersuchung vorgenommen.

Anhand deiner Urinprobe lassen sich Chlamydien nachweisen.
Dabei handelt es sich um ein Bakterium, welches sich in deinem Genitalbereich einnisten könnte.
Dieser Bakterienbefall äußert sich über starken Juckreiz im Scheideneingang, gelblich klebrigen Ausfluss und einem Brennen beim Wasserlassen.
Solch ein Bakterienbefall wird mit Antibiotika behandelt.

2. LSR oder Luessuchreaktion

Dies ist der Nachweis von Syphilis.
Auch dieses Bakterium wird mit Antibiotika behandelt.

3. und 4. – Röteln und Antikörper-Suchtest

Diese sind weitere fortlaufende Befundungen, welche eingangs schon auf Seite 2 beschrieben wurden.
Kontrolltest zu Röteln und Antikörper (Rhesusunverträglichkeit) werden alle paar Wochen wiederholt und das Ergebnis wird hier dokumentiert.

5. Nachweis des HBS Antigen

Es wird geprüft, ob du an Hepatitis erkrankt bist.

Da diese Erkrankung sehr stark ansteckend ist, wird das Neugeborene in diesem Fall direkt nach der Geburt geimpft.


Mutterpass Seite 4

Mutterpass Seite 4 dokumentiert gynäkologische Vorereignisse

Auf Seite 4 des Mutterpasses werden dann alle vorhergehenden gynäkologischen Ereignisse eingetragen.
Zu denen zählen vorhergehende Schwangerschaft, aber auch Abtreibungen und Fehl- und Frühgeburten.
Dieses soll als weiterer Hinweis sein, um eine mögliche Risikoschwangerschaft zu erkennen.

Im unteren Bereich der Seite 4 befindet sich ein Beratungsprotokoll.
Deine Hebamme bzw. dein Frauenarzt wird dieses mit dir zusammen abarbeiten.
Dazu wird er/sie dich über einige Sachverhalte und Risiken aufklären und du hast die Gelegenheit, Fragen zu stellen.


Mutterpass Seite 5

Der Mutterpass Seite 5 dokumentiert die Schwangerschaftsanamnese

Hier werden alle Vorerkrankungen und Beeinträchtigungen festgehalten.
Der entsprechende Vorgeschichtenkatalog wird Punkt-für-Punkt durchgearbeitet und anhand der Angaben wird festgestellt, ob es sich um eine Risikoschwangerschaft handelt – oder nicht.


Mutterpass Seite 6

Auf Seite 6 im Mutterpass werden Befunde zum Schwangerschaftsverlauf aufgenommen und der Geburtstermin bestimmt.

Auf dieser Seite werden allgemeine Befunde angekreuzt.
Anders als auf Seite 5, geht es hierbei nicht um die Einschätzung einer Risikoschwangerschaft.
Es geht vielmehr, um die Krankheitszustände und Komplikationen der aktuellen Schwangerschaft.

Somit kann sich ein behandelnder Arzt sofort einen Überblick über den aktuellen Schwangerschaftsverlauf verschaffen.

Im unteren Bereich wird dann der errechnete Geburtstermin eingetragen.
Die Grundlage bildet dabei deine letzte Periode.


Mutterpass Seite 7

Die Seite 7 im Mutterpass dokumentiert die laufenden Vorsorguntersuchungen

Dies ist das Blatt, welches im Original-Mutterpass zum Ausklappen ist.
Insgesamt handelt es sich um eine Tabelle mit 15 Spalten:

  1. Datum
    Hier wird das aktuelle Datum der Vorsorgeuntersuchung eingetragen.
  2. Schwangerschaftswoche
    Gibt an in welcher SSW du dich befindest.
  3. SSW gegebenfalls Korrektur
    Da sich die aktuelle Schwangerschaftswoche nicht genau bestimmen lässt, können hier mögliche Abweichungen eingetragen werden.
    Denn wenn du bemerkst, dass du schwanger bist – bist du eigentlich schon in der zweiten oder dritten Schwangerschaftswoche.
    Mehr erfahren>>
  4. Fundusstand
    Dies ist der Abstand zwischen deinem Schambein und dem obersten Rand der Gebärmutter.
    Somit kann man messen, wie groß deine Gebärmutter ist und ob sich dein Kind altersgerecht entwickelt.
  5. Kindslage
    Hier steht wie das Kind liegt.
    Insbesondere zum Ende der Schwangerschaft wird dies immer sorgfältiger beachtet.
    SL = Schädel-Lage
    BEL = Becken-Endlage oder Steißlage
    QL = Querlage
  6. Herztöne
    Gemessen und dokumentiert werden hier der Herzschlag und die Pulsfrequenz des ungeborenen Kindes.
  7. Kindsbewegungen
    Hier werden die Bewegungen des Kindes dokumentiert.
    Denn durch eine gewisse Bewegungshäufigkeit werden Rückschlüsse auf eine gute Kindesversorgung gezogen.
  8. Ödeme
    Hier wird festgehalten, wenn du unter Ödemen und Wasseneinlagerungen leidest.
  9. Gewicht
    Dein aktuelles Gewicht lässt ebenfalls Rückschlüsse auf einen guten Schwangerschaftsverlauf zu.
  10. RR
    Dein Blutdruck wird in dieser Spalte dokumentiert.
  11. Hb
    In dieser Spalte wird dein Hämoglobinwert eingetragen.
    Falls du unter Eisenmangel leidest, wird dies hier festgehalten.
  12. Bakteriolog. Befunde
    Dokumentiert werden in dieser Spalte die Analysen zu deinem Urintests.
    Aufgeschrieben und ausgewertet werden Eiweiß und Zuckergehalt.
  13. Vaginale Untersuchung
    Falls du vaginal untersucht wirst, wird dieser Befund in dieser Spalte dokumentiert.
  14. Risiko Nummer
    Hier schreibt dein Frauenarzt eine Risikoeinschätzung nach Katalog B (Seite 6 im Mutterpass) hinein.
    Falls dort also zum Beispiel eine 37 steht, dann schaust du auf Seite 6 im Mutterpass.
    Ganz oben stehen „B Besondere Befunde im Schwangerschaftsverlauf“.
    Und dort steht unter der Nummer 37 – Oligohydramnie – auf deutsch Fruchtwassermangel.
  15. Therapien und Maßnahmen
    Aufgrund der dokumentierten Untersuchungen und deren Ergebnissen, wird dein Frauenarzt dir zu einer Therapie oder Maßnahme raten.
    Dies können Antibiotikakuren sein, Eisenpräparate oder Ähnliches.
    Diese Maßnahmenpläne werden in der letzten Spalte eingetragen.


Mutterpass Seite 9

Seite 9 im Mutterpass dokumentiert Klinikaufenthalte und Aufzeichnungen des CTG

Falls die Befunde auf den zurückliegenden Seiten, eine zusätzliche stationäre Behandlung erfordern – wird dies hier dokumentiert.
Wenn du keine Klinikaufenthalte während der Schwangerschaft benötigst, bleiben die oberen beiden Felder leer.

Ganz unten befindet sich die Tabelle für die cardiotokographischen Befunde.
Hier werden die Auswertungen des Wehenschreibers (CTG) vermerkt. Durch diesen Herzton-Wehen-Schreiber oder Cardiotokograph können die Herztöne des Kindes aufgenommen und die Wehenbereitschaft der Gebärmutter erfahren werden.
Dies geschieht allerdings erst ab der 28. Schwangerschaftswoche.


Mutterpass Seite 10 und 11

Seiten 10 und 11 im Mutterpass dokumentieren die Auswertungen der Ultraschalluntersuchungen

Im Rahmen der Schwangerenvorsorge stehen dir neben den normalen Vorsorgeuntersuchungen, noch drei Ultraschalluntersuchungen zur Verfügung.
Diese finden statt:

  • 1. Screening 9.-12. SSW (Ultraschall-Untersuchung)
  • 2. Screening 19.-22. SSW (Ultraschall-Untersuchung)
  • 3. Screening 29.-32. SSW (Ultraschall-Untersuchung)

Die Auswertungen dieser Untersuchungen werden auf den Seiten 10 und 11 dokumentiert.


Mutterpass Seite 12

Seite 12 im Mutterpass dokumentiert weitere Ultraschalluntersuchungen

Mitunter reichen die vorgesehenen 3 Ultraschalluntersuchungen nicht aus.
Dann können weitere Untersuchungen vollzogen werden.
Die Ergebnisse werden hier handschriftlich dokumentiert.


Mutterpass Seite 13

Seite 13 im Mutterpass dokumentiert die Kindsgrößen und den Wachstumsverlauf

Dabei wird dein Kind an drei Körperteilen gemessen:

  • SSL Länge des Babys vom Scheitel bis zum Steiß
  • BPD Querdurchmesser des Baby-Kopfes
  • ATD Querdurchmesser des Baby-Bauches


Mutterpass Seite 14

Auf Seite 14 im Mutterpass werden zusätzliche spezielle Ultraschalluntersuchungen dokumentiert

Bei gewissen pathologischen Befunden, wie Gefäßverengungen oder Blutflussstörungen werden zusätzliche Ultraschalluntersuchungen angesetzt.

Die Auswertungen dieser Methoden wird auf Seite 14 dokumentiert.


Mutterpass Seite 15

Auf Seite 15 des Mutterpasses wird die Abschlussuntersuchung dokumentiert

Jetzt sollte die Geburt bereits hinter dir liegen.
Es kommt allerdings noch zu einer Abschlussuntersuchung, der Epikrise.

Im Rahmen dieser Abschluss Untersuchung werden nochmal alle Daten zu deiner Person und zu deinem Baby zusammengefasst.

Die Angaben zu dir und deiner Schwangerschaft

  • dein Geburtsjahr
  • Anzahl Schwangerschaften
  • Anzahl der Vorsorgeuntersuchungen
  • die wichtigsten Risikonummern aus Katalog A (Seite 5 Mutterpass) und aus Katalog B (Seite 6 Mutterpass)
  • ob du alleinerziehend bist
  • ob du vor der Geburt in der Klinik vorstellig warst
  • Nationalität
  • in welcher SSW du die Erstuntersuchung hattest
  • stationäre Aufenthalte in Tagen

Und schließlich die Angaben zu deinem Kind:

  • Geburtsdatum
  • vollendete SSW
  • Lebendgeburt ja oder nein
  • Geschlecht
  • Geburtsmodus
  • Kindslage
  • Körpergewicht
  • Körperlänge
  • auffällige Fehlbildungen ja oder nein

Ganz unten werden noch Angaben zum Wochenbett fällig:

  • HB Wert
  • Wochenbett normal – ja/nein
  • gynäkologischer Befund – ja/nein
  • Blutdruck
  • Blutgruppe und Rhesusfaktor


Mutterpass Seite 16

Auf Seite 16 des Mutterpasses wird die Nachbetreuung dokumentiert

Hier werden Angaben zur U3 Untersuchung, zum Stillen und zu den Besonderheiten im Wochenbett vorgenommen.


Auf den Seiten 17 bis 32 wiederholt sich Alles – jede einzelne Seite.
Somit kannst du den Mutterpass auch beim zweiten Kind oder bei einer Zwillingsgeburt nutzen.

3. Was bedeuten die Abkürzungen im Mutterpass?

Mitunter ist es ganz schön schwierig die einzelnen Abkürzungen im Mutterpass zu deuten und zu verstehen.
Hier ist eine Abkürzungstabelle zu den Ultraschalluntersuchungen im Mutterpass (Seite 10 und 11)

Abk.
Bedeutung
APD
  • Der Anterior Posterior Durchmesser (kurz APD) ist der Durchmesser des Kindbauches von vorne nach hinten.
AU
  • Der Abdomenumfang (kurz AU) ist der errechnete Bauchumfang des Kindes.
ATD
  • Der Abdomentransversaldurchmesser (kurz ATD) ist der Durchmesser des Kindbauches direkt unter dem Herzen.
BPD
  • Der Biparietaler Durchmesser (kurz BPD) ist der Durchmesser des Kopfes vom Kind.
FE
  • Die Femurlänge (Fe) ist die Länge des Oberschenkelknochens.
FOD
  • Der Frontooccipitale Durchmesser (kurz FOD) ist der Durchmesser des Kindkopfes, gemessen von der Stirn zum Hinterkopf.
FS
  • Der Fruchtsack (kurz FS) wird gemessen, um die korrekte Einnistung der Eizelle zu erkennen.
HL
  • Die Humeruslänge (kurz HL) ist die Länge des Oberarmknochens des Kindes.
KU
  • Der Kopfumfang des Kindes.
SSL
  • Die Scheitel-Steiß-Länge (kurz SSL) ist die Länge, gemessen vom Steiß des Kindes bis zum Kopf.

Abkürzungen bei Kindlage im Mutterpass

Weitere Abkürzungen finden sich bei Lage des Kindes.
Diese wird regelmäßig in der Spalte 5 auf Seite 7 und 8 des Mutterpasses eingetragen.

Hier gelten folgende Abkürzungen:

  • SL = Schädel-Lage
  • BEL = Becken-Endlage oder Steißlage
  • QL = Querlage

Weitere Fremdwörter und Abkürzungen im Mutterpass

  • HB – Hämoglobin bzw. Eisenwert
  • RR – Blutdruck
  • LSR – Lues-Such-Reaktion oder Syphilis

4. Was bedeutet die Risiko Nummer nach Katalog B im Mutterpass?

Auf den Seiten 7 und 8 im Mutterpass wird ein Gravidogramm angefertigt.
Somit kann jeder behandelnde Frauenarzt sofort deinen Schwangerschaftsverlauf erkennen und gewisse Maßnahmen einleiten.

In der vorletzten Rosa-Spalte – auf Seite 7 und 8 – werden mitunter Nummern eingetragen.
Was hat es damit auf sich?
Blättere mal zurück auf Seite 6 in deinem Mutterpass.
Dort stehen die einzelnen Befundungen erklärt.

Hier ist die Erklärung zu den einzelnen Befunden mit den entsprechenden Risiko Nummern nach Katalog B:

  • 28. Dauermedikation
    Andauernde Einnahme von Medikamenten während der Schwangerschaft
  • 29. Abusus
    Abhängigkeit bzw. Missbrauch von Drogen, Alkohol oder Nikotin
  • 30. Besondere psychische Belastungen
    Depressionen, Angstzustände oder Schizophrenie
  • 31. Besondere soziale Belastungen
    Abgeschottenheit, Isolation, Armut
  • 32. Blutungen vor der 28. SSW
  • 33. Blutungen nach der 28. SSW
  • 34. Placenta praevia
    Der Mutterkuchen liegt vor dem Geburtskanal und blockiert diesen.
  • 35. Mehrlingsschwangerschaft
    Zwillinge, Drillingsgeburt, Vierlingsgeburt usw.
  • 36. Hydramnion
    zu viel Fruchtwasser
  • 37. Oligohydramnie
    zu wenig Fruchtwasser
  • 38. Terminunklarheit
    Falls du den Tag deiner letzten Regel nicht mehr weisst, kann kein eindeutiger Geburtstermin berechnet werden.
  • 39. Placenta Insuffizienz
    Die Plazenta bzw. der Mutterkuchen ist unterentwickelt. Somit kann die kindliche Versorgung gefährdet sein.
  • 40. Isthmozervikale Insuffizienz
    Schwäche des Gebärmutterhalses. Dadurch kann sich der Muttermund zu früh öffnen.
  • 41. Vorzeitige Wehentätigkeit
    Wehen setzen zu früh ein.
  • 42. Anämie
    Blutarmut
  • 43. Harnwegsinfektionen
    Blasentzündung, Zystitis bzw. Cystitis
  • 44. Indirekter Coombstest positiv
    Das Mütterliche Blut bildet Antikörper gegen das Blut des Kind, aufgrund der Rhesusinkompatibilität.
  • 45. Risiken aus anderen serologischen Befunden
    Siehe Seite 2 und 3 deines Mutterpasses
  • 46. Hypertonie
    Bluthochdruck
  • 47. Eiweißausscheidung 1 %
    Durch die erhöhte Eiweißausscheidung kann der Blutfluss, die Blutdichte und der Blutdruck negativ beeinflusst werden.
  • 48. Mittelgradige bis schwere Ödeme
    Wassereinlagerungen
  • 49. Hypotonie
    zu niedriger Blutdruck
  • 50. Gestationsdiabetes
    zu hoher Blutzuckerspiegel während der Schwangerschaft
  • 51. Einstellungsanomalie
    Ungünstige Kindslage

5. Wo steht der Entbindungstermin im Mutterpass?

Dieser steht auf Seite 6.
Allerdings ist der Entbindungstermin niemals zu 100% zuverlässig.
Denn dieser wird aufgrund deiner letzten Periode berechnet und geht davon aus, dass wirklich jeder Monatszyklus gleich verläuft.

6. Muss ich den Mutterpass meinem Arbeitgeber vorlegen?

Im Mutterpass stehen vertrauliche Daten.
Somit ist dieses Dokument höchstpersönlich und unterliegt sämtlichen Datenschutzbestimmungen.

Es ist somit ganz logisch, dass es deinen Arbeitgeber nichts angeht – was im Mutterpass steht.
Letztlich wäre es doch schlimm, wenn Dritte wüssten – dass du vielleicht einen Chlamydienbefall hast oder positiv auf Syphilis getestet wurdest.

Du musst dein Arbeitgeber über deine Schwangerschaft informieren, ihm jedoch nicht den Mutterschaftspass vorlegen oder kopieren.

7. Muss ich den Mutterpass beim Arbeitsamt bzw. Jobcenter vorlegen?

Hier gilt das Gleiche, wie beim Arbeitgeber.
Das Arbeitsamt bzw. das Jobcenter geht es überhaupt nichts an, was in deinem Mutterpass steht.

Falls du arbeitslos sein solltest und auf Zahlungen vom Jobcenter angewiesen bist.
Dann kann es vorkommen, dass diese dich in einen neuen Job vermitteln wollen.
Aber auch in diesem Fall, gilt dasselbe -wie beim Arbeitgeber.
Das Arbeitsamt muss über die Schwangerschaft informiert werden, jedoch hat das Jobcenter kein Recht die Daten im Mutterschaftspass anzusehen.

8. Will das Jugendamt den Mutterpass einsehen?

Das Jugendamt ist eine staatliche Behörde.
Wie auch das Arbeitsamt, darf das Jugendamt nicht den Mutterpass einsehen.

9. Muss ich den Mutterpass immer mitführen, auch im Urlaub?

Ja sicher.
Denn nimm einmal an, dir passiert etwas im Urlaub.
Es reicht eine harmlose Blasenentzündung.

Außerhalb der Schwangerschaft ist jede Blasenentzündung unproblematisch.
Aber während der Schwangerschaft muss eine Blasenentzündung unbedingt behandelt werden.
Deshalb ist es wichtig, dass der im Urlaub behandelnde Arzt – sich einen schnellen Überblick über deinen Schwangerschaftsverlauf verschaffen kann.

10. Was ist wenn der Mutterpass weg ist? Muss ich dann einen Neuen kaufen?

Normalerweise hat dein behandelnder Frauenarzt Durchschläge von allen Untersuchungen und dem kompletten Schwangerschaftsverlauf.
Der Mutterpass dient eigentlich dazu, dass ein neuer Arzt sich sehr schnell in die Schwangerschaft einlesen kann.

Deshalb solltest du mit deinem Frauenarzt sprechen und dir einen neuen Mutterschaftspass ausstellen lassen.

11. Woher bekomme ich eine Mutterpasshülle?

Die Mutterpasshülle gibt es nicht zum Mutterpass dazu.
In vielen Schreibwarenläden gibt es passende Hüllen für den Mutterpass.

Falls du diese Online kaufen möchtest, findest du hier eine Auswahl an beliebten Mutterpass Hüllen.

12. Gibt es ein Mutterpass Buch?

Ein spezielles Mutterpassbuch gibt es nicht.
Aber die meisten Schwangerschaftsbücher behandeln die Themen Mutterpass und Schwangerenvorsorge Untersuchungen vollkommen ausgiebig.