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Tipps und Wege bei Präeklampsie – Schwangerschaftsvergiftung

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schwangerschaftsvergiftung

Die Präeklampsie ist eine Schwangerschaftskrankheit im letzten Drittel der Schwangerschaft.
Früher nannte man diese Krankheit auch Schwangerschaftsvergiftung.

Heute gibt es weitere Namen, wie EPH-Gestose.
Dieser Name spiegelt das Krankheitsbild wohl am besten wieder.
Denn die Abkürzung EPH steht für die typischen Symptome der Krankheit.

  • E steht für Edema – englisch Ödeme bzw. Wassereinlagerungen
  • P steht für Proteinurie – dies betrifft die Eiweißausscheidung im Urin
  • Hypertension – Bluthochdruck

Ursachen für Präeklampsie

Die Ursachen sind nicht ganz klar und auch immer mal wieder umstritten.
So kann es sein, dass auch ansonsten völlig gesunde Mütter an einer Schwangerschaftsvergiftung leiden.

Dennoch gibt es die typischen Risikofaktoren, wie:

  • zu wenig Bewegung
  • Übergewicht
  • Mangelernährung
  • Rauchen
  • Depressionen und andere seelische Leiden
  • zu viel Stress
  • kein gut funktionierendes Entgiftungssystem bzw. Nierenerkrankungen
  • Diabetes und chronischen Bluthochdruck

Isoliert man die drei Symptome Ödeme, Bluthochdruck und eiweißhaltigen Urin – kann man für jedes Symptom einzelne Ursachen benennen.

So hat zu wenig Bewegung und schlechte Ernährung immer auch Folgen für den Blutdruck.

Eiweiß im Urin kann etwas, mit innerlichen Entzündungen – wie Blasenentzündung – zu tun haben.
Diese können längst verheilt sein.
Dennoch wird Eiweiß über den Urin ausgeschieden.
Selbst eine salzfreie Ernährung hat Folgen für die Niere und wirkt sich auf den Urin aus.

Ödeme bzw. Wassereinlagerungen entstehen ebenfalls aus unterschiedlichen Gründen.
Dies kann eine wachsende Gebärmutter oder zu hoher Druck auf den Venen sein.

Du siehst es selbst….
Die Gründe sind vielseitig.
Die Schwangerschaftsvergiftung kann auch kerngesunde Frauen treffen.

Wie hoch ist das Risiko an einer Präeklampsie zu erkranken?

Tatsächlich ist es so, dass circa 5 % aller Schwangeren an einer EPH-Gestose leiden.
Die Gründe dafür sind weitestgehend unbekannt.

Bleibt zu sagen…
Frauen, welche mit chronischen Bluthochdruck in die Schwangerschaft gehen – sind natürlich gefährdeter.
Oder eben Frauen, welche zu Entzündungen neigen – sind ebenfalls gefährdet.
Falls du im Sommer oft angeschwollene Finger bekommst, neigst du ebenfalls zu Ödemen bzw. Wassereinlagerungen.

Aber es gibt gute Nachrichten…
Denn eine Schwangerschaftsvergiftung ist gut behandelbar.

Wie bemerkt man eine Präeklampsie?

Egal, welches Symptom bei dir auftritt – du solltest zum Arzt gehen.

Wassereinlagerungen bemerkt man durch angeschwollene Knöchel, Füße, Finger oder Beine.
Bluthochdruck macht sich über ein Augenflimmern, Schwindelgefühle oder Wanken bemerkbar.

Dann erfolgen Bluttest, sowie Urintest und der Arzt kann die EPH-Gestose diagnostizieren.

Muss ich mir Sorgen um eine Präeklampsie machen?

Nein – wenn du regelmäßig zur Schwangerenvorsorge gehst, wirst du jedes Mal durchgecheckt.
Dein Arzt und du kennen dann deine Blutdruckwerte und wissen auch ob Eiweiß im Urin ist.

Falls du dies jetzt kontrollieren möchtest, dann schau im Mutterpass nach.
Auf Seite 23 und 24 im Gravidogramm kannst du es ablesen.
Dies ist die Seite, welche ausklappbar ist.

Dort stehen deine Blutdruckwerte in der Spalte RR.
Wenn diese zu hoch sind, liegen diese bei bzw. über 140/90.

In der Spalte Sediment wird dein Eiweißgehalt im Urin abgetragen.
Wenn Eiweiße zu finden waren, steht dort ein Pluszeichen.
Ansonsten steht dort gar nichts oder ein Minus.

Ebenfalls kannst du ablesen, ob Wassereinlagerungen bei dir festgestellt wurden.
Dies steht in der Spalte Ödeme.
Falls dein Arzt diese feststellte, wurde dies ebenfalls durch ein Pluszeichen gekennzeichnet.

Außerdem…
Wenn deine Schwangerschaft ein erhöhtes Risiko darstellt, wird es dir dein Arzt schon sagen.
Frauenärzte sind bei diesem Thema hochsensibel und deshalb werden auch bei jeder Untersuchung alle Werte gemessen und eingetragen.

Wie gefährlich ist eine unbehandelte Präeklampsie?

Falls du nicht zur Vorsorge gehst, kannst du die Schwangerschaftsvergiftung nicht rechtzeitig bemerken.

In diesem Fall kann die Präeklampsie schwerwiegende Folgen haben.
Und zwar für dich und dein Baby.

Für dein Baby stellt die unbehandelte Schwangerschaftsvergiftung eine lebensbedrohliche Mangelversorgung dar.
Denn aufgrund der hohen Blutdruckwerte, kann es zu Schädigungen an den Blutgefäßen kommen.
Falls dies auftritt, wird die Plazenta schlechter mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt.
Dies ist für dein Baby eine lebensbedrohliche Situation.
Deshalb ist es sehr wichtig, dass du jeden Termin zur Schwangerenversorge wahrnimmst.

Es kommt dann, wie es kommen muss.
Dein Kind muss verfrüht aus deinem Körper, weil es sonst tödlich wäre.
Man geht davon aus, dass eine Präeklampsie die häufigste Ursache für eine Frühgeburt ist.

Auch für dich kann eine unbehandelte Präeklampsie schwere Folgen haben.
Denn im schlimmsten Fall kann eine Schwangerschaftsvergiftung zu Bewusstlosigkeit und Organversagen führen.

Außerdem setzten wohlmöglich Krampfanfälle bei dir ein.
Diese Schwangerschaftskrampfanfälle bezeichnet man als Eklampsie und diese treten als Folge der Krankheit auf.

Um dich vor diesen Krampfanfällen zu schützen und dein Kind zu retten, ist dann ein Kaiserschnitt nötig.
Dann solltest du schnellstens ins nächste Krankenhaus, um die Geburt zu vollziehen.

Also nochmal…
Sei achtsam und geh regelmäßig zu jeder Vorsorgeuntersuchung.

Wie kann man eine Präeklampsie behandeln?

Dein Arzt wird dir etwas verschreiben.
Und zwar blutdrucksenkende Mittel.
Diese solltest du unbedingt einnehmen.

Außerdem wird er sehr viel Bettruhe verordnen.
Der Blutdruck muss sich wieder normalisieren.
Auch dies ist wichtig.
Halte Stress weitestgehend von dir fern.

Ebenfalls sehr hilfreich ist es, in der Seitenlage zu schlafen.
Gerade die Linkslage ist förderlich.
Denn dadurch können Flüssigkeiten besser abtransportiert werden.
Seitenschläferkissen und Schwangerschaftskissen unterstützen dich dabei.

Es gibt auch homöopathische Mittel, welche den Blutdruck senken und gegen Ödeme helfen.
Diese solltest du dir aber nicht selbst verschreiben und einnehmen.
Sprich mit deinem Frauenarzt über die Einnahme.

Ebenfalls ist es sehr wichtig, viel zu trinken.

In der Schwangerschaft ist es ratsam täglich 2 bis 2,5 Liter zu trinken.
Somit werden die Nieren ordentlich durchgespült und sämtliche Keime regelmäßig ausgespült.

Deine Getränke sollten zuckerfrei und mit Kochsalz angereichert sein.
Heute geht man davon aus, dass ein Teelöffel Salz täglich eingenommen werden sollte.
Es somit wichtig, das Essen normal zu salzen.
Darüber hinaus kannst du Salze über Trinkkuren zuführen.

Auf der Webseite gestose-frauen.de findest du Rezepte, welche extra salzhaltig sind.

Wieso Salz?

Es gibt mittlerweile anerkannte Studien darüber, dass Salz in der Schwangerschaft blutdrucksenkend wirkt.
Auf Salz mit Jod, Fluor oder anderen Anteilen solltest du verzichten.
Denn reines Kochsalz ist genau das, was du brauchst.
Alle anderen Zusätze führen nur zu Überdosierungen in diesem Bereich.

Sprich bitte mit deinem Frauenarzt über dein Krankheitsbild und notwendige Maßnahmen.

Zusammenfassung:

  • Eine Schwangerschaftsvergiftung liegt vor, wenn 3 Symptome eintreten: Ödeme bzw. Wassereinlagerungen, Bluthochdruck bzw. Hypertonie und Eiweiß im Urin.
  • Diese Schwangerschaftsvergiftung wird auch Gestose oder Präeklampsie genannt.
  • Eine unbehandelte Präeklampsie ist sehr gefährlich für Mutter und Kind.
  • In den Vorsorgeuntersuchungen werden regelmäßig Blutdruck gemessen, Urintest durchgeführt und auf Ödemen geachtet.
    Somit kann eine unbemerkte Präeklampsie eigentlich kaum eintreten.
    Dennoch solltest du bei Anzeichen, welche auf eine Schwangerschaftsvergiftung hinweisen, sofort deinen Arzt aufsuchen oder ins Krankenhaus fahren.

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