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Schwangerenvorsorge – 15 Fragen & Antworten zu den Schwangerschaftsuntersuchungen

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Schwangerschaftsvorsorge

Durch die Schwangerenvorsorge und deren Betreuungsmaßnahmen sollen gesundheitliche Gefahren von Mutter und Kind abgewendet werden.

Außerdem sollen gesundheitliche Störungen, während der Schwangerschaft und auch danach, frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Die obersten Ziele der Schwangerenvorsorge sind:

  • die Erkennung von Risikoschwangerschaften
  • und die Vermeidung von Risiko-, Früh- und Fehlgeburten

1. Wer führt die Schwangerenvorsorge durch?

Du musst dich entscheiden.
Denn die die Schwangerschaftsvorsorge kann entweder dein Frauenarzt oder eine Hebamme durchführen.

Egal wie du dich entscheidest…
Beide, Hebamme als auch Frauenarzt, unterliegen gewissen Richtlinien zur Schwangerschaftsvorsorge.
Diese Leitlinien garantieren eine gewisse Qualität und auch eine Mindestanzahl an Vorsorgeuntersuchungen.

2. Welche Leitlinien und Richtlinien gelten bei der Schwangerenvorsorge?

Es gelten die allgemeinen Mutterschaftsrichtlinien des gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA).
In diesen wurde eine allgemein verbindliche Vorsorgebetreuung während der Schwangerschaft und nach der Entbindung vereinbart.

Die Mutterschaftsrichtlinien stützen sich auf:

  • § 24 SGB V, welche die Leistungen bei Schwangerschaft und Mutterschaft umfassen
  • sowie 92 SGB V Nummer 4, welche die ärztliche Betreuung bei Schwangerschaft und Mutterschaft umfassen

3. Was wird durch die Mutterschaftsrichtlinien zur Schwangerenvorsorge garantiert?

Jede schwangere Frau hat einen Anspruch auf:

  • allgemeine Untersuchung und Beratung
  • frühzeitige Erkennung von Risikoschwangerschaften und deren Behandlung
  • Untersuchung auf Infektionskrankheiten, wie zB. Hepatitis-B, Röteln oder HIV Infektionen
  • Beratung bei Medikamenteneinnahme
  • Verschreibung und Verordnung von Heil- und Verbandsmitteln
  • Berichtswesen, sowie Bescheinigungen und Dokumente

4. Was geschieht bei meinem ersten Schwangerenvorsorge Termin?

Es erfolgt eine allgemeine Bestandsaufnahme:
Diese umfasst:

  • allgemeine Angaben zur dir und deiner Person
  • einige Laboruntersuchungen, wie Immunität auf Rötelnviren oder die Bestimmung der Blutgruppenzugehörigkeit,
  • eine gynäkologische Untersuchung, bei der ein Abstrich vom Gebärmutterhals gemacht wird.
    Dieser dient dazu, um eine Chlamydien Infektion festzustellen.

Außerdem erfolgt die Ausstellung des Mutterpasses, welchen du – ab diesem Zeitpunkt – immer bei dir tragen solltest.

5. Welche Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen finden statt?

Die späteren Schwangerenvorsorge Untersuchungen sind eigentlich immer gleich.
Und zwar werden das Gedeihen deines Kindes, sowie dein gesundheitlicher Zustand überprüft und gemessen.

Im Rahmen dieser Untersuchungen erfolgen dann:

  • Blutdruckmessungen
  • Gewichtskontrolle
  • Urin-Tests
  • Messung des Bauchumfangs
  • Prüfung ob sich in Händen und Beinen Wassereinlagerungen bilden
  • Veränderung der Venentätigkeit
  • Ertasten des Bauches, um das zeitgerechte Wachstum des Babys festzustellen und zu dokumentieren
  • Prüfung ob genügend Fruchtwasser vorhanden ist
  • Abhören der Herztöne mittels Dopton (Ultraschallgerät) oder Holzstethoskop
  • allgemeine Beratung zu möglichen Fragen, welche dir auf dem Herzen liegen.

Das Abhören der Herztöne deines Babys erfolgt meistens ab der 28. bis 30. Schwangerschaftswoche.
Im Rahmen dieser Untersuchung wird dann auch ein Wehenschreiber genutzt, welcher die Herztöne aufzeichnet.

Außerdem sind weiterhin 3 Ultraschalluntersuchungen angesetzt.

6. Erfolgt bei jedem Schwangerenvorsorge Termin ein vaginaler Abstrich?

Du kannst darauf verzichten.
Dies solltest du dann mit deinem Frauenarzt besprechen.

Allerdings solltest du bei Beschwerden auf einen Abstrich bzw. einer vaginalen Untersuchung nicht verzichten.
Beschwerden können sein:

  • Druckgefühl und Ziehen in der Scheide
  • allgemeine Schmerzen im Vaginalbereich
  • vorzeitige Wehen
  • Infektionen und Pilzbefall
    Diese äußeren sich über einen besonders starken Juckreiz oder ein Brennen im Scheidenbereich.
    Auch eine Veränderung im Ausfluss sollte vaginal untersucht werden.

7. Kann ich mich auf die Schwangerenvorsorge besonders vorbereiten?

Na klar.
Du solltest dir ein Schreibbuch* oder Ähnliches kaufen.
In diesem notierst du alle Fragen, welche du an deine Hebamme oder Frauenarzt hast.
Sei es zur Ernährung, zu Schwangerschaftssymptomen oder zu Medikamenten.

Dieses Buch solltest du jetzt ständig bei dir tragen, so dass du eine mögliche Frage sofort aufschreiben kannst.
Und denke daran:

„Es gibt keine dummen Fragen.
Ärzte und Hebammen sind zur allgemeinen Beratung verpflichtet.“

8. Kann ich während der Arbeitszeit zur Schwangerenvorsorge?

Grundsätzlich ja.
Denn Paragraph 16 im Mutterschutzgesetz sieht vor, dass der Arbeitgeber die schwangere Arbeitnehmerin für die Vorsorgeuntersuchungen freizustellen hat.

Diese Freistellung erfolgt bei vollem Lohnausgleich.
Die Zeit muss auch nicht nachgearbeitet werden – oder Ähnliches.
Die entstehenden Lohnkosten, trägt ausschließlich der Arbeitgeber.

Dies gilt allerdings nur für die Schwangerenvorsorge und den damit verbundenen Untersuchungen.
Falls du also einen Schnupfen oder Ähnliches hast, welcher nichts mit der mutterschaftlichen Untersuchung zu tun hat – gilt das Mutterschutzgesetz nicht.

9. Muss ich dem Arbeitgeber für die Schwangerenvorsorge eine Rechenschaft ablegen?

Natürlich.
Du benötigst eine Bescheinigung vom Frauenarzt bzw. Hebamme, dass der Vorsorgetermin mutterschaftlich bedingt war.

Aber – Nach jeder Vorsorgeuntersuchung wirst du sowieso gefragt, ob du eine Bescheinigung für den Arbeitgeber benötigst.

10. Schwangerenvorsorge bei Hebamme oder beim Frauenarzt?

Hebammen sind Spezialisten auf ihrem Gebiet.
Sie tasten und nehmen sich sehr viel Zeit.

Durch ihre Erfahrung stellen sie den Fruchtwasserstand fest, können die Kindsgröße ertasten und stellen Unzulänglichkeiten fest.

Außerdem beraten Hebammen sehr informell und ausgiebig.
Diese Beratung reicht weit über die Schwangerschaft hinaus.
Hebammen sind ebenfalls Spezialisten in Fragen zur Geburt, Wochenbett, Stillzeit und Babynahrung.

Frauenärzte verfügen allerdings über technische Möglichkeiten, welche Hebammen nun einmal nicht haben.
Somit können Frauenärzte Komplikationen besser behandeln.

Grundsätzlich kannst du während deiner Schwangerschaft beides beanspruchen.
Spätestens nach der Geburt, steht dir eine Hebamme für die ersten Wochen sowieso zur Verfügung.

11. Welche zeitlichen Abstände und Termine gelten bei der Schwangerenvorsorge?

Eine Schwangerschaft dauert bekanntlich circa 40 Wochen.
Je nachdem, wann du deine Schwangerschaft feststellst – stehen dir unterschiedlich viele Termine zur Verfügung.

In der Regel ist es so, dass eine Untersuchung alle 4 Wochen stattfindet.
Später, in der Spätschwangerschaft, sogar alle zwei Wochen.

Falls du Beschwerden während deiner Schwangerschaft hast, kannst du weitere separate Termine vereinbaren.

12. Ab wann muss ich zur 2 wöchigen Schwangerschaftsvorsorge?

Ich schrieb bereits, dass die Vorsorgetermine alle 4 Wochen stattfinden.

Allerdings…
Ab der 30. Schwangerschaftswoche finden alle 2 Wochen die Vorsorgeuntersuchen statt.
Dieser Zweiwochenrhythmus erfolgt dann bis zum berechneten Geburtstermin.

13. Welche Kosten entstehen für die Schwangerenvorsorge?

Für dich persönlich entstehen keine Kosten für die Schwangerschaftsvorsorge und den beanspruchten Untersuchungen.

Die Kosten für die Untersuchungen übernehmen die Krankenkassen.
Diese beinhalten:

  • Alle 4 Wochen eine Untersuchung, um den Schwangerschaftsverlauf zu beobachten.
    Später, ab der 30. SSW, sogar alle zwei Wochen.
    Somit sind dies mitunter 10 – 12 Untersuchungstermine, welche die jeweilige Krankenkasse bezahlt.
  • Außerdem findet pro Schwangerschaftsdrittel jeweils eine Ultraschalluntersuchung statt.
    Dies sind dann während der ganzen Schwangerschaft nochmals drei Termine, welche die Krankenkasse ebenfalls bezahlt.
  • Hinzu kommen weitere Ultraschalluntersuchungen, falls spezifische Probleme oder Befundungen auftreten.
    Diese sind ebenfalls kostenlos für dich.
  • Falls der Frauenarzt eine falsche Kindslage in der Spätschwangerschaft feststellen sollte, werden auch dann weitere Ultraschalluntersuchungen von den Krankenkassen bezahlt.

Ist doch toll, oder?
Mag sein, dass unser Gesundheitssystem nicht perfekt ist.
Aber es ist auf jeden Fall auf einem guten Niveau.

Übrigens…..
Auf den Webseiten der Krankenkassen, wie AOK, Barmer oder Techniker kannst du das umfassende Schwangerenvorsoge Paket nochmals nachlesen.

Und den zweiten Kostenanteil, deinen Lohn, übernimmt dein Arbeitgeber.
Somit besteht eine Zweiteilung der Kosten bei der Schwangerenvorsorge.

14. Bekomme ich Wegegeld für die Schwangerenvorsorge?

Auch dies ist drin.
Denn du kannst deinen Mehraufwand, bei deiner Lohnsteuererklärung geltend machen.

Und nicht nur das…
Du kannst das Wegegeld für die Fahrten zur Schwangerenvorsorge absetzen.
Aber auch alle anderen Kosten, wie besondere Medikamente, Maßnahmen oder Kursgebühren für die Schwangerschaftsgymnastik usw.

Der Fiskus sieht eine Schwangerschaft als Krankheit an.
Und das ist wirklich toll.
Denn dadurch kannst du sämtlichen Mehraufwand, als außergewöhnliche Belastung steuerlich absetzen.

15. Besteht eine Pflicht zur Schwangerschaftsvorsorge?

Im Grunde genommen, habe ich alle Vorteile der Schwangerenvorsorge erläutert.
Diese Untersuchungen dienen deinem Wohl und dem Wohle deines Kindes.

Und natürlich hast du eine mütterliche Pflicht zur Schwangerenvorsorge.
Bedenke, dass seit der Einführung der Schwangerenvorsorgeuntersuchungen:

  • die Anzahl der Fehlgeburten drastisch zurückging
  • ebenfalls zurück ging die Anzahl der Frühgeburten
  • die Säuglingssterberate ging deutlich zurück
  • die Wahrscheinlichkeit für den Tod der Mutter im Kindbett oder bei der Geburt wurde drastisch gesenkt.

Ich denke, viel mehr brauche ich nicht zu erläutern, oder?
Wenn man die Möglichkeit hat und das gesellschaftliche Gesundheitssystem die Möglichkeiten, so attraktiv gestaltet – sollte man diese Vorsorgeuntersuchungen auf jeden Fall wahrnehmen.


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