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Symphysenlockerung in der Schwangerschaft – Was ist zu tun bei Becken- und Hüftschmerzen?

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schwangerschaft symphysenlockerung

Einige Frauen klagen in ihrer Schwangerschaft über sehr heftige Beckenschmerzen.
Eng damit verbunden, sind auch Hüftschmerzen – welche sich über Po und Oberschenkel ziehen.

Meistens handelt es sich dabei, um Schmerzen – welche bei einer Symphysenlockerung entstehen.
Was die Symphysenlockerung ist, welche Ursachen die Schmerzen haben und was du tun kannst – erfährst du in diesem Beitrag.

Was ist eine Symphysenlockerung?

Die komplette Schwangerschaft über, geschehen drei wesentliche Prozesse in deinem Körper:

  1. aus einer befruchteten Eizelle wächst ein Kind heran
  2. dein Körper bereitet sich auf die Geburt vor
  3. und dein Körper richtet sich darauf ein, dein Baby, auch nach der Geburt zu versorgen.

Die Symphysenlockerung ist notwendig, damit du dein Kind gebären kannst.
Es handelt sich somit um eine geburtsvorbereitende Maßnahme.

Was geschieht genau?

Dein Becken besteht aus zwei Hälften – rechts und links.
Dazwischen ist ein Spalt.
Und eigentlich ist der Spalt zwischen diesen beiden Hälften viel zu eng, um ein Kind zu bekommen.
Also muss dein Becken beweglicher werden.

Beide Beckenhälften sind nicht lose, sondern miteinander verbunden.
Das Verbindungsstück heißt Schambeinfuge oder auch Symphyse.

Das Schwangerschaftshormon Progesteron sorgt dafür, dass dieses Gelenk bzw. Verbindungsstück schwächer wird.
Somit wird dein Becken insgesamt beweglicher und du wirst somit auf die Geburt vorbereitet.

Allerdings kann es während dieser Lockerung zu erheblichen Schmerzen kommen.

Wo treten Schmerzen bei einer Symphysenlockerung auf?

Die weitaus bessere Frage wäre – Wo nicht?
Denn es handelt sich um einen strahlenden Schmerz, welcher sämtliche Körperteile umfassen kann.

  • Schmerzen im unteren Rücken und der Hüfte
  • Taubheitsgefühle und Schmerzen im Schambein
  • auch Schmerzen am Steißbein können auftreten
  • strahlender Schmerz an den Innenseiten der Oberschenkel und der Leistengegend
  • deine Scheide kann schmerzen
  • ebenfalls können Po und Unterschenkel schmerzen

Bei einer Symphysenlockerung ist der Schmerz meistens nicht lokal, sondern kann sich auf deinen kompletten Unterkörper erstrecken.
Dabei beginnt der eigentliche Schmerz an der Symphyse bzw. Schambeinfuge, also im Beckenbereich.
Und vom Becken ausgehend, breitet sich der Schmerz überall hin aus.

Besonders schlimm sind die Schmerzen bei einseitigen Bewegungen.
Wie zum Beispiel das Stehen auf einem Bein.
Okay, darauf kann man verzichten.
Aber auch Treppensteigen erfolgt Bein-für-Bein.
Und somit erfolgt diese Belastung auch einseitig.

Viele schwangere Frauen empfinden auch einen starken Schmerz beim Aufstehen oder beim Einsteigen ins Auto.
Also überall da, wo eine einseitige Beckenbelastung erfolgt.

Wichtig…
Dieser Schmerz entsteht immer dann, wenn eine der beiden Beckenhälften kurzzeitig überlastet ist.
Zum Beispiel beim Laufen oder Gehen, erfolgt der Schmerz abwechselnd.
Du nimmst diesen wahrscheinlich nicht einseitig wahr, aufgrund der Strahlung.
Allerdings solltest du darauf achten, alle Bewegungen zukünftig möglichst beidseitig zu tun.

9 bessere Bewegungsabläufe bei Beckenschmerzen in der Schwangerschaft

Wie gesagt möglichst beidseitig.

1. Spreizen der Beine vermeiden

Diese Bewegung bewegt das Becken hin und her.
Dadurch ist diese Bewegung auch besonders schmerzhaft.
Somit solltest du möglichst auf das Spreizen der Beine verzichten.

2. Aufstehen aus dem Sitzen heraus

Stell beide Füße gleichzeitig auf den Boden.
Beide stehen zusammen und haben den gleichen Abstand zu dir.
Nun richte dich möglichst, in einer Bewegung auf und verlagere dein Gewicht nicht auf eine bestimmte Seite.

Falls dir jemand beim Aufstehen hilft, sollte dieser an beiden Seiten gleichzeitig ziehen.
Es ist wichtig, dass du eine gewisse gradlinige Bewegung machst, welche den Körper stark in der Balance hält.

3. Schlafe auf der Seite

Besonders bequem wird es für dich sein, seitlich zu liegen.
Dazu könntest du versuchen ein Kissen, zwischen deine Knie zu legen.

Einige schwangere Frauen nutzen während der Schwangerschaft schon Stillkissen, um den Bauch abzulegen oder das Kissen zwischen die Beine zu klemmen.

4. Aufstehen beim Liegen aus dem Bett.

Du liegst auf der Seite.
Versuche erst einmal deine Beine anzuziehen.
Denn umso kürzer die Beine beim Hochheben sind, umso weniger punktuelle Belastung verlagert sich auf das Becken.

Dann versuchst du möglichst beide Beine gemeinsam, aus dem Bett zu heben und abzustellen.
Jetzt kannst du aufstehen.

5. In der Badewanne baden

Auch hier gilt es, die Beine nicht zu spreizen.
Setze dich zuerst auf den Wannenrand und versuche danach beide Beine, gleichzeitig in die Wanne zu stellen.
Achte darauf, dass deine Beine geschlossen sind.

Wahrscheinlich und auch besser ist es, dir helfen zu lassen.
Somit kannst du nicht vom Wannenrand kippen.

6. Bücken und Hochheben

Auch dies ist schmerzhaft.
Versuche möglichst mit geradem Rücken in die Hocke zu gehen.
Und dann auch mit geradem Rücken, wieder hoch zu kommen.

Völlig verkehrt ist es, mit durchgestreckten Beinen, etwas aufheben zu wollen.
Denn diese Belastung zielt genau auf den Hüft- und den Beckenbereich ab.

7. Anziehen

Beim Anziehen von Strümpfen oder Strumpfhosen solltest du rauf achten, dass du sitzt.
Am besten wäre es dir dabei, helfen zu lassen.
Und du solltest nur behutsam Bein für Bein anheben.
Dann die Socke überstülpen und hochziehen.

Genauso verfährst du mit den Hosenbeinen.
Erst das eine Bein behutsam heben und in die Hose einfahren.
Schließlich das andere Bein danach.

Achte unbedingt darauf, dass deine Füße nah am Boden bleiben.
Mit jedem Zentimeter, welches du dein Bein anhebst – wird die Belastung auf das Becken erhöht.

8. Auto einsteigen

Auch dies solltest du mit geschlossen Beinen tun.
Deshalb setze dich zuerst ins Auto hinein.
Deine Füße bleiben nach wie vor, draußen auf dem Boden.

Sobald du sitzt, ziehst du möglichst beide Beine geschlossen nach.

9. Treppensteigen

Achte darauf, dass du die Beine so wenig – wie nur möglich – spreizt.
Somit müssen die Schritte relativ klein sein.

Aber dies ist auch gefährlich.
Denn dein Fuß sollte auf jeder Treppenstufe sicher und ganzheitlich stehen, bevor du das andere Bein nachziehst.

Also beginnst du mit dem Fuß an der Geländerseite.
Gleichzeitig hältst du dich am Geländer fest.
Da du dich an der beginnenden Seite festhältst, wird diese Seite zusätzlich gestützt.
Somit wird der erste Schritt nicht ganz so belastend.

Achte darauf, dass mindestens die Hälfte deines Fußes auf der nächsten Stufe steht – bevor du das andere Bein nachziehst.

Symphysengürtel zur Linderung von Schmerzen

Es gibt spezielle Gürtel, welche deinen Beckenbereich stabil halten.
Somit wird dieser in seiner Beweglichkeit eingeschränkt und fixiert.

So ein Stützgürtel funktioniert, wie eine Bandage oder Schiene.
Sie stützt den empfindlichen Beckenbereich, schränkt den Bewegungsablauf ein und verteilt Belastungen anders.

Dadurch werden Schmerzen gelindert und auch erträglich.
Die meisten Krankenkassen bezahlen diesen Gürtel – auch ohne Weiteres.
Sprich mit deinem Hausarzt oder Frauenarzt darüber.
Dann stellt er dir normalerweise ein Rezept dazu aus und du bekommst diese Alltagsstütze.

Schongang ist gut, Belastung ist besser

„Wer rastet – der rostet.“

Du solltest dich schonen, um Schmerzen zu vermeiden.
Aber du solltest dennoch nicht auf Bewegung verzichten.
Denn dein Körper darf während der Schwangerschaft nicht kaputt gehen.

Es ist doch so…
Du bestehst nicht nur aus Becken, Hüfte und Gebärmutter.
Stattdessen besitzt du auch Muskeln und Bindegewebe.

Muskeln haben zwei Aufgaben:

  1. Sie geben Kraft ab
  2. und sie fangen Kraft auf.

Und gerade letzteres kommt immer zu kurz.
Muskeln fangen nämlich gewisse Belastungen ab und schützen dich somit vor Schäden.

Wenn eine hohe Belastung auf dein Becken oder die Symphyse wirkt, gibt es Muskeln ringsherum – welche diese Belastung abfangen.
Somit bleibt das Becken geschützt und kann nicht überbelastet werden.
Aber Muskeln sind unterschiedlich stark ausgebildet.

Muskeln, welche häufiger beansprucht werden – sind stärker – als Muskeln, welche untrainiert sind.
Mit Beckenboden Übungen, Pilates, Yoga oder gezieltem Krafttraining kannst du Muskeln in diesem Bereich aufbauen.

Es ist deshalb umso wichtiger, dass du jetzt auch Bewegungsphasen einbaust.
Du solltest also darauf achten, dass du generell schmerzbereitende Bewegungen unterbindest oder vermeidest.
Gleichzeitig solltest du andere Bewegungen gezielt fördern.

Falls jede deiner Bewegungen mit Schmerzen verbunden ist, ist es dennoch nicht zu spät.
Dann führst du diese schmerzhaften Bewegungen täglich aus und gönnst dir danach Ruhe.
Sie es als Training mit Ruhephasen an.

Es ist verdammt wichtig, dass du deine Muskeln trainierst.
Diese verhindern, dass der Schmerz größer wird.
Fange bloß nicht an – aus Eigenschutz – nur noch im Liegen zu agieren.

Zusammenfassung:

  • Eine Symphysenlockerung tritt bei einigen Schwangeren mit ziemlichen Schmerzen auf.
  • Dabei kann der Schmerz sehr unterschiedlich ausfallen und sogar strahlend wirken.
  • Dieser Schmerz entsteht, da der Beckenbereich überbelastet ist.
  • Beckenschmerzen in der Schwangerschaft können mit Stützgürtel abgefangen werden.
  • Aber Beckenschmerzen und auch Hüftschmerzen, können mit Beckenübungen und Sport vermieden oder gelindert werden.

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